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Über Stock und Stein

Im Paarlauf über die Alpen.

Vom 03. bis 10. September 2016 findet wieder der GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN statt. Ein extremer Team-Etappenlauf über die Alpen mit insgesamt 247,2 km Länge sowie 14.862 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Dieses Jahr ist auch Sölden das erste Mal als Etappenziel mit von der Partie.

Wir haben uns mit Edith Kuprian und Martin Scheiber, dem Mixed Team aus dem Ötztal getroffen, um mehr über ihre Vorbereitung zu erfahren. Ein Gespräch über Kältekammern, Heimvorteil und den Reiz der Herausforderung.

Edith und Martin, diese Zahlen klingen ja schon ziemlich schmerzhaft. Könnt ihr uns erklären, was einen Ultratrail-Lauf von einem herkömmlichen Langstrecken Laufwettbewerb unterscheidet?

Edith: Der Lauf erstreckt sich über einen Zeitraum von sieben Tagen.
Es ist also wichtig, sich jeden Tag entsprechend einzuteilen, um sozusagen zu „überleben“.
Einen Tag gut laufen ist eine Sache.
Sieben Tage lang durchzuhalten, gesund und körperlich fit zu bleiben, ist eine andere Sache.
Das ist der große Unterschied.

Martin: Es geht nicht darum, die erste Etappe zu gewinnen. Wir sind als Team unterwegs und als solches müssen wir auch funktionieren. Dabei spielt Taktik sowie die Harmonie innerhalb des Teams eine große Rolle – jeder im Team hat seine Stärken und Schwächen und darauf gilt es Rücksicht zu nehmen.

Gore-Tex Transalpine-Run 2016
© Rudi Wyhlidal/Ötztal Tourismus

Wann habt ihr mit dem Laufsport begonnen?

Martin: Ich habe während meiner Schulzeit an Langlaufrennen teilgenommen. Mit der Zeit hat es sich ergeben, dass ich auch im Sommer Laufwettbewerbe besuchte.

Man kann sagen, dass wir beide über andere Ausdauersportarten zum Trailrunning gekommen sind. Prinzipiell gilt festzuhalten, dass es den Berglauf, wie wir ihn betreiben und als Kinder ausgeübt haben, ja quasi schon länger gibt – nur gibt es jetzt einen modernen Namen dafür.

Wie der Zufall so will

Eigentlich wollte Martin diesen Trailrun gemeinsam mit Ediths Freund in Angriff nehmen. Als dieser jedoch dem Team wegen seiner Leidenschaft zum Radfahren entsagte, überlegte Martin nicht lange und fragte Edith, ob sie als Mixed Team an den Start gehen wollen. Nach anfänglicher Unentschlossenheit, entschied sie sich dazu sich der Herausforderung zu stellen.

Das frischgebackene Team informierte sich über das richtige Training für einen solch anspruchsvollen Lauf, Anforderungen und die benötigte Ausrüstung. Mittlerweile freuen sich beide riesig auf ihren ersten Wettbewerb als gemeinsames Team.

Ausblick auf das Ramolhaus in Sölden, Tirol
Das Ramolhaus im Ötztal
© DAV Sektion Hamburg

Was mögt ihr beim Laufen? Ist es die Natur, die Bewegung oder die Herausforderung?

Beide, wie aus der Pistole geschossen: Ein Mix aus allen drei Punkten – das lässt sich schwer trennen!

Martin: Bei einem Wettbewerb ist da natürlich einmal die Herausforderung, die einen reizt. Gleichzeitig erfüllt einen das Laufgefühl selbst mit großer Freude. Nicht zuletzt ist es aber auch das Naturerlebnis. Wenn ich, so wie vor kurzem beim Gletscherflohmarsch Richtung Ramolhaus laufe und die Wolken ziehen gerade an mir vorbei, dann ist das etwas, was ich bewusst wahrnehme und mir sehr viel gibt.

Wie bereitet ihr euch auf den GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN vor?

Martin: Wir als ambitionierte Hobbysportler betreiben ja das ganze Jahr hindurch Ausdauersport. Eine gewisse Grundkondition muss man also mitbringen – das ist das Um und Auf! Mitte Mai haben wir damit begonnen, uns spezifisch auf den Wettbewerb vorzubereiten. Fünf mal die Woche wird intensiv trainiert – dabei wird nicht nur gelaufen, sondern auch Rad gefahren.

Einerseits zum Ausgleich, andererseits, um den Körper zu schonen. Hinzu kommen Koordinations- und Gleichgewichtsübungen sowie Krafttraining. Lange Laufeinheiten bewältigen wir gemeinsam, damit wir uns aneinander gewöhnen und abstimmen können – das war uns sehr wichtig. Derzeit wird noch Vollgas trainiert, erst ein bis zwei Wochen vor dem Wettbewerb schalten wir einen Gang zurück. Auch die weiteren Laufwettbewerbe in der Vorbereitungsphase haben wir auf diesen Event hin abgestimmt.

Unsere Motivation ist, den schwierigen Lauf zu bewältigen. Man setzt sich ein Ziel und trainiert darauf hin – und fiebert diesem Tag X entgegen.

Edith Kuprian

Trainingsmöglichkeiten gibt es ja im Ötztal genug, was ist eure absolute Lieblingsstrecke?

Edith: Meine Lieblingsstrecke führt über die Hängebrücke in Längenfeld nach Burgstein bzw. Brand. Für mich ist das das perfekte Trainingsgebiet, auch weil sich die Route beliebig ausbauen lässt.

Martin: Ich als Organisator des Stuiben Runs muss natürlich Werbung für den Stuibenfall machen. Die Wege um den Stuibenfall, wie etwa der Steppsteig oder der Wasserwaalweg, sind für mich das absolute Eldorado – hier tanke ich Energie!

Training zum Transalpine-Run 2016 im Ötztal, Tirol
Teilnehmer beim diesjährigen Stuiben Run.
© Rudi Wyhlidal/Ötztal Tourismus

Sölden. Die Goldene Mitte

Zum ersten Mal mit dabei dieses Jahr ist Sölden. Am 07. und 08. September reiht sich der Ort auf mittlerer Strecke der rund 240 Kilometer als ein weiteres Etappenziel ein.

Wenngleich sich Martin und Edith hier keinen Heimvorteil versprechen, haben sie es für die Vorbereitung, durch die Nähe zu diesem Abschnitt, etwas einfacher. Das härteste an der Etappe mit dem  Ziel „Sölden“ sind aber wohl die Witterungsbedingungen. Ein Schneefeld hoch oben am steilen Berg – ob rauf oder runter – ist selbst für einen erfahrenen Marathonläufer ein unbekanntes Kapitel.

Gore-Tex Transalpine-Run 2016 Map
© GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN

Wie regeneriert ihr nach einer abgeschlossenen Tagesetappe, um am nächsten Tag wieder bestmöglich fit zu sein?

Edith: Wir haben das Glück, dass wir bei einem Großteil der Etappen nach der Zielankunft nach Hause ins Ötztal fahren können. Beim Rückweg machen wir beim Kurhotel in Umhausen halt und besuchen dort die Kältekammer.
Auch wenn es nicht den Anschein macht, aber bei minus 110 Grad kann der Körper perfekt regenerieren. Für diese Unterstützung seitens des Kurhotels sind wir sehr dankbar.

Vorbereitung zum Transalpine-Run 2016 im Oetztal, Tirol
© Rudi Wyhlidal/Ötztal Tourismus

Was würdet ihr Läufern empfehlen, die sich erstmals auf eine Trailrunning Langstrecke wagen?

Edith: Langsam anzufangen und sich nicht zu übernehmen! Der Spaß soll im Vordergrund stehen, egal ob man viel oder wenig, lang oder kurz rennt.

Martin: Die meisten Anfänger machen den Fehler, dass sie sich mit ihren angepeilten Zeiten übernehmen. Man sollte Spaß am Laufen und der eigenen Leistung haben – das gilt für den Sport generell, für das Trailrunning im Besonderen!

Edith Kuprian

  • Geburtstag: 10.04.1984
  • Wohnort: Längenfeld
  • Beruf: Buchhalterin Gemeinde Längenfeld
  • Hobbys: Sport und Berge
  • Größte Erfolge: „sind mir nicht so wichtig“
  • Teilgenommene Bergläufe 2016: Stuiben Run, Silvretta 3000 Run Ischgl, Gletscherfloh Gurgl, 4-Seen Marsch Längenfeld
Gore-Tex Transalpine-Run 2016 Teilnehmerin Edith Kuprian
Edith Kuprian
© Benedikt Steiner/Ötztal Tourismus

Martin Scheiber

  • Geburtstag: 30.07.1976
  • Wohnort: Umhausen
  • Beruf: Konditor und Langlauflehrer
  • Hobbys: Familie und Sport
  • Größte Erfolge: Finnischer beim Triathlon (Ironman Distanz) in Barcelona
  • Teilgenommene Bergläufe 2016: Stuiben Run, Pitztal Alpin Glacier 15km 1.Pl, Gletscherflohmarsch Obergurgl, 4-Seen Marsch Längenfeld
Teilnehmer des Gore-Tex Transalpine-Run 2016 Martin Scheiber
Martin Scheiber
© Benedikt Steiner/Ötztal Tourismus

Der Gore-Tex® Transalpine-Run:

  • 7 Tagesetappen mit gesamt 247,2 Kilometern Länge
  • Start: Garmisch-Partenkirchen – Ziel: Brixen
  • Aus Sicherheitsgründen starten die Teilnehmer in Zweierteams
  • Die Teams sind verpflichtet gewisse Ausrüstungsgegenstände mitzuführen: Notfallausrüstung, Navigationsuhr

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Programm Sölden

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Benni

Autor Benni

Sobald Bewegung im Spiel ist, wird Benni hellhörig! Als begeisterter Snowboarder, Biker, Kletterer & Wanderer gibt es für ihn keinen besseren Outdoor-Spielplatz als das Ötztal. Still sitzen können andere besser, deshalb ist Benni viel auf den Trails und unverspurten Hängen des Tals unterwegs.

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